Für Unternehmen · 6 Min. Lesezeit
Fachkräftemangel Schwaben: Diese Berufe fehlen am meisten
Fachkräftemangel in Bayerisch-Schwaben: Welche Berufe laut IHK-Arbeitsmarktradar am schwersten zu besetzen sind – und was Arbeitgeber jetzt tun können.
Personalvermittler aus Wertingen · 28. September 2026
Der Fachkräftemangel in Bayerisch-Schwaben ist messbar: Laut IHK Arbeitsmarktradar gab es im Bezirk der IHK Schwaben 2024 knapp 17.900 offene Stellen, für die es in der Region keine passend qualifizierten Arbeitslosen gab. Am schwersten zu besetzen sind nicht nur Pflege- und Handwerksberufe, sondern auch technische Fachkräfte wie Kfz-Techniker, Bauelektriker und Maschinenbauer. Wer hier sucht, konkurriert nicht um Bewerber – sondern um Menschen, die gar nicht suchen.
In diesem Artikel zeige ich, was die Zahlen konkret sagen, welche Berufe betroffen sind und was Sie als Arbeitgeber daraus ableiten sollten.
Was die Zahlen für Bayerisch-Schwaben sagen
Die beste regionale Datengrundlage ist der IHK Arbeitsmarktradar Bayern 2026, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für die bayerischen IHKs erstellt hat. Er misst die sogenannte Arbeitskräftelücke: offene Stellen, für die es in der Region keine passend qualifizierten Arbeitslosen gibt.
Für den Bezirk der IHK Schwaben – also Bayerisch-Schwaben von Augsburg über Dillingen und Donauwörth bis ins Allgäu – ergibt sich folgendes Bild:
- 2018: 15.046 unbesetzbare offene Stellen
- 2024: 17.885 unbesetzbare offene Stellen
- 2029 (Szenario): 26.246 – ein Plus von 46,7 Prozent gegenüber 2024
Wichtig: Die Studie versteht die Werte für 2029 ausdrücklich nicht als Prognose, sondern als Szenario, das eintritt, wenn sich die Trends der Jahre 2018 bis 2024 fortsetzen.
Bemerkenswert ist ein zweiter Befund: Insgesamt sind Arbeitsnachfrage und Arbeitsangebot in Bayerisch-Schwaben laut Studie ungefähr im Gleichgewicht. Der Mangel entsteht also nicht, weil es zu wenige Menschen gibt, sondern weil die Qualifikationen nicht zu den offenen Stellen passen. Genau das erlebe ich in Gesprächen mit Geschäftsführern immer wieder: Bewerbungen kommen durchaus – nur nicht von den Leuten, die man braucht.
Die IHK Schwaben selbst beziffert die Zahl der fehlenden Fachkräfte in einer Pressemitteilung vom Dezember 2025 auf knapp 11.000 – mit einem erwarteten Anstieg auf fast 14.000 bis 2028.
Welche Berufe am schwersten zu besetzen sind
Der Arbeitsmarktradar listet für Bayerisch-Schwaben die 20 Berufsgattungen mit der größten Lücke im Jahr 2029. Hier ein Auszug mit Fokus auf Berufe, die für Industrie, Handwerk und Mittelstand relevant sind:
| Beruf (Berufsgattung laut Studie) | Arbeitskräftelücke 2029 (Szenario) | Veränderung ggü. 2024 |
|---|---|---|
| Verkauf ohne Produktspezialisierung – Fachkraft | 1.358 | +98,6 % |
| Lagerwirtschaft – Fachkraft | 713 | +60,1 % |
| Kraftfahrzeugtechnik – Fachkraft | 519 | −2,9 % |
| Bauelektrik – Fachkraft | 505 | +15,5 % |
| Maschinenbau-, Betriebstechnik – Fachkraft | 402 | −12,0 % |
| Elektrische Betriebstechnik – Fachkraft | 397 | −1,8 % |
| Bauplanung, -überwachung – Experte | 373 | +57,1 % |
| Mechatronik – Fachkraft | 339 | +12,1 % |
| Metallbau – Fachkraft | 314 | +15,8 % |
| Buchhaltung – Spezialist | 313 | +93,0 % |
| Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik – Fachkraft | 311 | +3,6 % |
| Leitung Verkauf – Experte | 298 | +81,6 % |
Quelle: IHK Arbeitsmarktradar Bayern 2026, Tabelle B.7.1 (IW-Arbeitsmarktfortschreibung, 2025).
Die komplette Top 3 der Liste bilden übrigens Helfer in Post- und Zustelldiensten, Verkaufsfachkräfte und Fachkräfte in der Lagerwirtschaft. Weitere Plätze belegen Kinderbetreuung, Physiotherapie, Sozialarbeit, öffentliche Verwaltung und Pflege.
Was die Tabelle für technische Berufe bedeutet
Bei Kfz-Technik, Maschinenbau und elektrischer Betriebstechnik geht die Lücke im Szenario leicht zurück. Das ist keine Entwarnung. Die Studie erwartet in der Berufshauptgruppe „Metall" insgesamt den größten Beschäftigungsrückgang in der Region – es werden also weniger Stellen, aber die verbleibenden sind weiterhin schwer zu besetzen. Wer einen erfahrenen Instandhalter, Elektroniker oder Mechatroniker sucht, findet ihn in aller Regel nicht über eine Stellenanzeige, weil diese Leute beschäftigt sind.
Auch bundesweit bestätigt die Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit das Bild: 157 Berufe weisen einen Engpass auf, nach 163 im Jahr 2024 und 183 im Jahr 2023. Der Engpass geht also leicht zurück, bleibt aber in vielen Berufen deutlich spürbar, vor allem in Pflege, Gesundheit, Bau und Handwerk.
Warum Schwaben besonders betroffen ist
Drei Befunde aus dem Arbeitsmarktradar erklären die Lage in der Region:
- Demografie: Allein durch Altersstruktur und Renteneintritte würde die Beschäftigung in Bayerisch-Schwaben von 2024 bis 2039 um 12,4 Prozent sinken – ohne Zuwanderung und ohne steigende Erwerbsbeteiligung.
- Abhängigkeit von Zuwanderung: Mit der durchschnittlichen Zuwanderung der letzten Jahre schrumpft dieser Rückgang auf 2,1 Prozent. Die Spanne zwischen beiden Szenarien ist laut Studie im Bezirk der IHK Schwaben größer als in jedem anderen bayerischen IHK-Bezirk.
- Wohnregion statt Arbeitsregion: Die Studie beobachtet einen stark sinkenden Pendlersaldo und folgert, dass die Region eher zum Wohnen als zum Arbeiten attraktiv ist. Viele Fachkräfte wohnen hier – und pendeln nach München, Ulm oder Ingolstadt.
Gerade Punkt drei ist für Arbeitgeber in Wertingen, Dillingen oder Donauwörth eine Chance: Wer vor Ort gute Arbeit anbietet, kann Pendler zurückholen, die täglich eine Stunde oder mehr im Auto sitzen.
Checkliste: Was Arbeitgeber jetzt tun können
Den Mangel lösen Sie nicht allein. Aber Sie können dafür sorgen, dass Sie bei den verfügbaren Fachkräften vorne liegen:
- Stelle ehrlich prüfen: Sind alle Anforderungen wirklich nötig? Jede überflüssige Muss-Anforderung verkleinert einen ohnehin kleinen Markt.
- Gehalt einordnen: Vergleichen Sie Ihr Angebot mit dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Wer deutlich unter dem regionalen Median liegt, verliert gegen die Konkurrenz.
- Pendler gezielt ansprechen: Kurzer Arbeitsweg, planbare Zeiten und Familienfreundlichkeit sind in Schwaben echte Argumente.
- Schnell entscheiden: Gute Kandidaten haben meist mehrere Optionen. Ein Prozess, der sich über Wochen zieht, kostet Sie die besten Leute.
- Nicht nur warten: Die gesuchten Fachkräfte sind meist in Arbeit und lesen keine Stellenbörsen. Direktansprache erreicht sie trotzdem.
- Ausländische Abschlüsse mitdenken: Die IHK Schwaben unterstützt bei der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen – ein Weg, den viele Betriebe noch nicht nutzen.
Wann sich ein Personalvermittler lohnt
Wenn eine Stelle schon mehrere Monate offen ist oder das Profil zu den Engpassberufen oben gehört, lohnt sich ein Blick auf die Direktansprache. Genau darauf sind wir spezialisiert: Wir sprechen Fachkräfte an, die nicht aktiv suchen, und stellen Ihnen nur Kandidaten vor, die wirklich passen.
Unsere Konditionen: in der Regel 25 % vom Bruttojahresgehalt, davon 60 % bei Vertragsunterschrift und 40 % nach bestandener Probezeit. Scheidet jemand in der Probezeit aus, besetzen wir einmalig kostenfrei nach. Erste Profile erhalten Sie in der Regel innerhalb von 72 Stunden, erste Interviews innerhalb von 14 Tagen. Details finden Sie unter Leistungen, mehr zu unserer Arbeit in der Region auf der Seite Personalvermittlung in Augsburg.
Häufige Fragen
Wie viele Fachkräfte fehlen in Bayerisch-Schwaben?
Laut IHK Schwaben fehlen knapp 11.000 Fachkräfte, bis 2028 könnten es fast 14.000 werden. Über alle Qualifikationsstufen hinweg zählte der IHK Arbeitsmarktradar 2024 rund 17.900 offene Stellen ohne passend qualifizierte Arbeitslose in der Region.
Welche Berufe sind in Schwaben am schwersten zu besetzen?
Laut Arbeitsmarktradar gehören Verkauf, Lagerwirtschaft, Kinderbetreuung, Physiotherapie, Kfz-Technik, Bauelektrik, Maschinenbau- und Betriebstechnik sowie elektrische Betriebstechnik zu den Berufen mit der größten Lücke.
Wird der Fachkräftemangel in Schwaben besser?
Nach dem Szenario des IHK Arbeitsmarktradars nicht: Die Arbeitskräftelücke könnte bis 2029 um fast die Hälfte wachsen. Ausschlaggebend sind laut Studie vor allem Zuwanderung und steigende Erwerbsbeteiligung.
Was kann ein kleiner Betrieb gegen den Fachkräftemangel tun?
Anforderungen realistisch halten, Gehalt am regionalen Markt ausrichten, schnell entscheiden und Kandidaten aktiv ansprechen, statt nur auf Bewerbungen zu warten.
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