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Für Unternehmen · 6 Min. Lesezeit

Personalvermittler oder Zeitarbeit: Unterschied und Kosten

Personalvermittler oder Zeitarbeit? Der Unterschied bei Vertrag, Kosten und Bindung – mit Vergleichstabelle und Entscheidungshilfe für den Mittelstand.

Hüsnü Güley
Hüsnü Güley

Personalvermittler aus Wertingen · 5. Oktober 2026

Bei der Zeitarbeit leihen Sie sich einen Mitarbeiter, der bei der Zeitarbeitsfirma angestellt bleibt – Sie zahlen für jede geleistete Stunde. Ein Personalvermittler dagegen sucht jemanden, den Sie selbst fest einstellen – Sie zahlen einmal, und zwar nur bei Erfolg. Welches Modell sich rechnet, hängt vor allem von einer Frage ab: Brauchen Sie kurzfristig Hände oder dauerhaft einen Menschen im Team?

In diesem Artikel erkläre ich die rechtlichen Unterschiede, wie die Kosten zustande kommen und woran Sie erkennen, welches Modell zu Ihrer offenen Stelle passt.

Das Grundprinzip: Leihen oder einstellen

Zeitarbeit heißt im Gesetz Arbeitnehmerüberlassung und ist im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) geregelt. Es entsteht ein Dreieck: Die Zeitarbeitsfirma (Verleiher) ist Arbeitgeber, Ihr Unternehmen (Entleiher) bekommt die Arbeitsleistung und gibt die fachlichen Anweisungen. Wer gewerbsmäßig Arbeitnehmer überlässt, braucht dafür eine Erlaubnis (§ 1 AÜG).

Bei der Personalvermittlung gibt es kein Dreieck. Der Vermittler sucht, prüft und stellt Ihnen Kandidaten vor. Sobald Sie sich entscheiden, schließen Sie den Arbeitsvertrag direkt mit Ihrem neuen Mitarbeiter. Ab dem ersten Tag ist er Teil Ihres Unternehmens – mit Ihren Konditionen, Ihrer Probezeit, Ihrer Kultur.

Das klingt nach einem formalen Unterschied. In der Praxis verändert er fast alles: Bindung, Kosten, Einarbeitung und die Frage, wer am Ende die Verantwortung trägt.

Die Unterschiede im Überblick

Kriterium Zeitarbeit Personalvermittlung
Arbeitgeber Zeitarbeitsfirma Ihr Unternehmen
Vertrag Überlassungsvertrag mit dem Verleiher Arbeitsvertrag direkt mit dem Mitarbeiter
Kosten Stundenverrechnungssatz für jede Einsatzstunde Einmaliges Honorar, nur bei Einstellung
Dauer Grundsätzlich max. 18 Monate beim selben Entleiher Unbefristet möglich
Bezahlung des Mitarbeiters Nach Tarif der Zeitarbeit, Equal Pay grundsätzlich nach 9 Monaten Nach Ihrem Gehaltsgefüge
Bindung ans Unternehmen Eher gering – der Mitarbeiter weiß, dass er „ausgeliehen" ist Hoch – er hat sich bewusst für Sie entschieden
Geeignet für Auftragsspitzen, Saisonarbeit, Vertretungen Dauerhafte Fach- und Schlüsselpositionen

Was rechtlich bei Zeitarbeit gilt

Drei Regeln sollten Sie kennen, bevor Sie Leiharbeitnehmer einsetzen. Sie stehen alle im AÜG:

  • Überlassungshöchstdauer: Derselbe Leiharbeitnehmer darf demselben Entleiher grundsätzlich nicht länger als 18 aufeinanderfolgende Monate überlassen werden (§ 1 Abs. 1b AÜG). Tarifverträge der Einsatzbranche können abweichende Fristen vorsehen.
  • Equal Pay: Grundsätzlich hat der Leiharbeitnehmer Anspruch auf dieselben wesentlichen Arbeitsbedingungen wie Ihr Stammpersonal. Ein Tarifvertrag darf beim Entgelt nur für die ersten neun Monate abweichen – oder bis zu 15 Monate, wenn er eine stufenweise Annäherung vorsieht (§ 8 AÜG). Für Sie heißt das: Ein langer Einsatz wird mit der Zeit teurer.
  • Übernahme ist erlaubt: Eine Klausel, die Ihnen verbietet, den Leiharbeitnehmer nach Ende seines Arbeitsverhältnisses beim Verleiher einzustellen, ist unwirksam. Der Verleiher darf aber eine „angemessene Vergütung" für diese Vermittlung verlangen (§ 9 Abs. 1 Nr. 3 AÜG). Schauen Sie deshalb in Ihren Überlassungsvertrag, bevor Sie jemanden übernehmen.

Keine Rechtsberatung – im Einzelfall Fachanwalt fragen.

Was kostet was?

Bei der Zeitarbeit zahlen Sie einen Stundenverrechnungssatz. Er liegt spürbar über dem Bruttolohn des Leiharbeitnehmers, weil die Zeitarbeitsfirma damit Lohn, Sozialabgaben, Urlaub, Krankheitstage, Verwaltung und ihre Marge abdeckt. Wie hoch der Satz ist, hängt von Qualifikation, Branche und Region ab – lassen Sie sich mehrere Angebote geben. Wichtig: Die Kosten laufen, solange der Einsatz läuft. Wer einen Leiharbeitnehmer über viele Monate beschäftigt, hat am Ende oft mehr bezahlt, als ihm bewusst ist.

Bei der Personalvermittlung zahlen Sie ein einmaliges Honorar, berechnet vom Bruttojahresgehalt. Bei uns sind das in der Regel 25 %, aufgeteilt in 60 % bei Vertragsunterschrift und 40 % nach bestandener Probezeit. Verlässt der Mitarbeiter Sie in der Probezeit, suchen wir einmalig kostenfrei nach. Danach fallen keine weiteren Kosten an – der Mitarbeiter ist einfach Ihr Mitarbeiter. Wie sich Honorare im Detail zusammensetzen, lesen Sie im Artikel Was kostet eine Personalvermittlung?.

Ein fairer Vergleich stellt deshalb nicht Stundensatz gegen Honorar, sondern fragt: Was kostet mich die Lösung über die gesamte Zeit, in der ich die Stelle brauche? Für drei Monate Auftragsspitze ist Zeitarbeit fast immer die bessere Wahl. Für eine Stelle, die Sie auch in fünf Jahren noch besetzt haben wollen, kippt die Rechnung.

Für welche Stellen Zeitarbeit gemacht ist

Zeitarbeit hat einen festen Platz am Arbeitsmarkt – aber einen anderen, als viele denken. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit waren im Juni 2025 rund 622.000 Leiharbeitnehmende sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das sind 1,8 % aller Beschäftigten. Mehr als jeder Zweite davon übt eine Helfertätigkeit aus.

Das passt zur Stärke des Modells: schnell verfügbare Arbeitskraft für klar umrissene, gut anlernbare Aufgaben. Für spezialisierte Fachkräfte – den Servicetechniker, der Ihre Anlagen kennt, die Elektronikerin für die Instandhaltung, den Teamleiter in der Fertigung – ist Zeitarbeit selten der richtige Weg. Genau diese Menschen sind in Bayerisch-Schwaben meist fest angestellt und wechseln nicht, um anschließend „ausgeliehen" zu werden.

Entscheidungshilfe: Welches Modell passt zu Ihrer Stelle?

Beantworten Sie diese fünf Fragen ehrlich:

  1. Brauchen Sie die Person in einem Jahr noch? Ja → Personalvermittlung. Nein → Zeitarbeit prüfen.
  2. Muss die Person in zwei Wochen produktiv sein, egal wer es ist? Dann ist Zeitarbeit oft schneller verfügbar.
  3. Braucht die Stelle viel Einarbeitung oder Spezialwissen? Dann zahlt sich eine feste Einstellung aus – Einarbeitung in jemanden zu investieren, der wieder geht, ist teuer.
  4. Soll die Person Verantwortung übernehmen, Kunden betreuen oder ein Team führen? Das funktioniert mit fester Bindung deutlich besser.
  5. Gibt es die gesuchten Profile überhaupt auf dem freien Markt? Wenn die Kandidaten alle fest angestellt sind, erreichen Sie sie nur durch Direktansprache.

Manche Unternehmen kombinieren beides: Zeitarbeit für die Auftragsspitze, Personalvermittlung für die Kernmannschaft. Das ist oft die vernünftigste Lösung.

Häufige Fehler bei der Entscheidung

In meinen Gesprächen mit Geschäftsführern aus der Region sehe ich zwei Muster immer wieder:

  • „Wir nehmen erst mal einen Zeitarbeiter, dann sehen wir weiter." Das funktioniert bei Helfertätigkeiten. Bei Fachstellen führt es oft dazu, dass die eigentliche Suche monatelang verschoben wird – und die Stelle am Ende trotzdem offen ist.
  • Nur auf den Stundensatz schauen. Der Verrechnungssatz wirkt im Monat überschaubar. Rechnen Sie ihn aber auf die tatsächliche Einsatzdauer hoch und stellen Sie ihn einem einmaligen Honorar gegenüber.

Häufige Fragen

Ist Personalvermittlung teurer als Zeitarbeit?

Kurzfristig wirkt das Vermittlungshonorar höher, weil es auf einmal fällig wird. Über einen längeren Zeitraum kann Zeitarbeit teurer werden, weil der Verrechnungssatz für jede Stunde anfällt. Entscheidend ist, wie lange Sie die Stelle besetzen wollen.

Darf ich einen Leiharbeitnehmer fest übernehmen?

Ja. Ein Verbot der Übernahme ist nach § 9 AÜG unwirksam. Der Verleiher darf aber eine angemessene Vermittlungsvergütung verlangen – prüfen Sie dazu Ihren Überlassungsvertrag.

Wie lange darf ein Zeitarbeiter bei mir arbeiten?

Grundsätzlich höchstens 18 aufeinanderfolgende Monate beim selben Entleiher. Tarifverträge können davon abweichen.

Ist Hue.HYRE eine Zeitarbeitsfirma?

Nein. Wir sind Personalvermittler: Sie stellen den Mitarbeiter direkt ein, und unser Honorar fällt nur bei erfolgreicher Einstellung an. Details finden Sie unter Leistungen.

Sie wollen wissen, ob sich Ihre offene Stelle mit einer Vermittlung besetzen lässt? Machen Sie den kostenlosen Stellencheck – erste passende Profile erhalten Sie bei Beauftragung in der Regel innerhalb von 72 Stunden.

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Erste Profile in 72 Stunden, Honorar nur bei Erfolg – und ein persönlicher Ansprechpartner statt Callcenter.

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